Die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge nähert sich mittlerweile der 4-Millionen-Marke. Diese Zahl lässt sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: Syrien und die Ukraine.
Der Anstieg der Flüchtlingszahlen ist auf Kriege und Bürgerkriege in den Herkunftsländern zurückzuführen. Betrachtet man die Zahlen, so beliefen sich die Asylanträge in Deutschland im Jahr 1990 auf lediglich 190.000.
Aufgrund des Balkankriegs in den Jahren 1992–1993, also des Krieges zwischen Serbien und Bosnien, erreichte diese Zahl einen Höchststand von rund 500.000.
Nach 1995 ging die Zahl weiter zurück und erreichte 2007 ihren Tiefpunkt. Nur 20.000 Personen.
Mit dem Arabischen Frühling, der 2011 begann, stieg auch die Zahl der Asylsuchenden wieder an.
2012 waren es 80.000,
2014 200.000,
2016 dann 800.000.
2020 waren es 125.000,
ab 2022 stiegen die Zahlen durch Flüchtlinge aus der Ukraine wieder an.
Auch wenn die Zahlen heute rückläufig sind (40.000), beläuft sich die Zahl der nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge auf 1,4 Millionen aus Syrien und 1,6 Millionen aus der Ukraine.
Die Auswirkungen der Flüchtlinge auf das soziale Gefüge unterscheiden sich je nach Herkunftsland. Diese Unterschiede zeigen sich auch in der Politik.
Auch wenn es den Anschein hat, als würden die aus der Ukraine kommenden Flüchtlinge die Stimmen der AfD nicht erhöhen, spielt die Herkunft der Flüchtlinge für diejenigen Bürger, die sich der AfD zuwenden, eigentlich keine große Rolle. Wichtig sind vielmehr die Belastungen für das Gesundheits- und Rentensystem durch die ankommenden Menschen, die Zahlungen aus der Arbeitslosenversicherung sowie die Auswirkungen der aus Syrien kommenden Flüchtlinge auf die Bevölkerung.
Deutschland ist sich bewusst, dass die aus Syrien kommenden Asylbewerber die Bevölkerungsstruktur beeinflussen. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat es den aus der Ukraine kommenden Asylbewerbern erhebliche Erleichterungen gewährt. Schon die Vorbereitungen, die vor ihrer Ankunft in kirchlichen Einrichtungen getroffen wurden, sind ein ausreichendes Beispiel dafür.
Noch wichtiger als die Auswirkungen der Asylbewerber auf die Wirtschaft ist die Frage der Loyalität gegenüber dem Staat.
Wenn wir die in Deutschland ankommenden Flüchtlinge in zwei Gruppen einteilen, stehen uns die Ukraine, die arabischen Länder und Syrien gegenüber.
Auch wenn die aus der Ukraine kommenden Flüchtlinge europäischen Hintergrund haben, gilt für sie im Grunde dasselbe: ihre Verbundenheit mit der Ukraine.
Wie kann eine Integration im Aufnahmeland gelingen, wenn man einem anderen Land verbunden ist, und – was noch wichtiger ist – wie realistisch ist die Verbundenheit mit der staatlichen Struktur des Aufnahmelandes?
Diese Situation, die selbst für die aus der Ukraine kommenden Menschen gilt, ist für diejenigen aus Syrien, Afghanistan und anderen arabischen Ländern ein noch viel wichtigeres Thema.
Der Grund dafür ist der Faktor Religion und die Schwäche der staatlichen Strukturen in ihren Herkunftsländern.
Für Menschen aus Syrien, Afghanistan und den arabischen Ländern gilt der Staat nicht als solcher, weshalb sie sich ohnehin in einer Flüchtlingssituation befinden.
Wie soll eine uneingeschränkte Loyalität gegenüber dem Staat (Deutschland) zustande kommen, wenn sie innerlich eine geschwächte Bindung zum Staatswesen haben?
Ja, gerade weil dies nicht der Fall ist, kommt es zu Problemen.
Wenn wir dann noch den Faktor Religion hinzufügen, wird das Problem noch größer.
Und wenn man bedenkt, dass es sich um eine sich ständig vergrößernde Gruppe handelt, wird das Problem unlösbar.
Das Problem bei ihrer sich ständig wachsenden Gruppe ist auch die Bildung. Kinder, die von Eltern ohne Staatsloyalität erzogen werden, zeigen ebenso wie diese eine schwache Staatsloyalität.
Dabei sprechen wir von einer so wichtigen Institution wie dem Staat. Für Deutschland, das im Laufe der Geschichte viele Philosophen hervorgebracht hat, ist der Staat ein bedeutender Begriff. Denn Kant hat die Natur des Staates klar zum Ausdruck gebracht: „Der Staat ist eine rechtliche Struktur, die die Freiheiten der Individuen schützt, ohne dass sie sich gegenseitig Schaden zufügen. Und die vom Staat aufgestellten Regeln sind eine moralische Pflicht. Diese Pflicht wird im Rahmen des universellen Rechts und der Menschenrechte geschützt.“
Auch bei Hegel sehen wir keine andere Situation.
Für Hegel ist der Staat: „Der Staat ist das Antlitz Gottes auf Erden. Der Staat ist die höchste und wichtigste Widerspiegelung der Vernunft in der Außenwelt.“
Das von deutschen Philosophen geprägte Staatsverständnis behält diese Eigenschaft bis heute bei.
Das mangelnde staatsbürgerliche Bewusstsein bei den Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und den arabischen Ländern stellt dazu einen krassen Gegensatz dar.
Auch der Faktor, den wir als Religion bezeichnen, hat bei ihnen eine andere Rolle gespielt und ein religiöses sowie alternatives Staatsverständnis hervorgebracht. Auch die Vorstellung vom Staat und die Moralvorstellungen unterscheiden sich in diesem Verständnis.
Kant betrachtet die vom Staat aufgestellten Regeln als „moralische Pflicht“ und spricht dabei von einem moralischen Verständnis. Für diese Geflüchteten jedoch manifestiert sich Moral auf andere Weise. Für sie ist Moral untrennbar mit der Religion verbunden, und die vom Staat aufgestellten Regeln müssen sich aus ihrer Religion ableiten. Genau deshalb ist die Staatswahrnehmung der Flüchtlinge anders, und die Frage der Loyalität gegenüber dem Staat bezieht sich für sie auf den Staat in ihrer Vorstellung.
Langfristig scheint dieses Thema in Deutschland große Probleme mit sich zu bringen. Aus diesem Grund muss der deutsche Staat sehr strenge Maßnahmen in Bezug auf die Bildung der Flüchtlinge und ihre Loyalität gegenüber dem deutschen Staat ergreifen.
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